Böhm-Chronik
Kavallerie
Zusammengestellt von Ernst Hoffmann
Schwere Kavallerie
Die Kürassiere:
Die ein Panzer-Bruststück (Kürass) - wie heute die
Reiterei bei der Queen´s Birthday-Parade - tragen. Ihre Waffe war der schwere Säbel
mit dem sie in heftiger Geschwindigkeit auf die Vierecke der aufgestellten
Infanterie zuritten und sie durch ihre Pferde, aber auch durch heftige
Säbelhiebe auseinandertrieben. Natürlich hatten die Infanteristen dies
nicht so gerne, aber zu früh geschossen bedeutete, das die Reiter nicht
getroffen oder der Kürass die Kugeln aufhielt und die die Reiterei bereits
mitten drin waren, ehe das mit dem Nachladen erledigt war und sich damit
erledigt hatte. Das mit dem Zielen fiel bei glatten Gewehrläufen vor Mitte
des 19.Jahrhunderts unter "unerlaubtes Glückspiel". Die Menge der
Gewehr-Geschosse in einer Entfernung bis zu 50 Meter war entscheidend.
Die Dragoner:
Sie hatten neben den Degen auch noch einen Karabiner "aufs Pferd
gesetzte Infanterie". Sie konnten daher sowohl wie die Reiterei aber auch
wie die Infanterie eingesetzt werden, hatten aber den Vorteil, das sie
schnell von einer Seite des Schlachtfeldes zur anderen verlegt werden konnte.
Beide Regimenter hatten übrigens sehr große und schwere Pferde, die schnell
und ausdauernd sein mußten und geradeaus laufen wollten.
Leichte Kavallerie
Die Ulanen:
Dies waren die Lanzenreiter mit einer 3m langen Lanze und einem Helm mit
einer quadratischen Platte ueber dem Helm (eine geschichtliche Reminessenz
an den polnischen Ursprung) sie hatten den Hauptauftrag außerhalb der
Schlacht Erkundung zu reiten - ohne sich in große Gefechte einzulassen - und
nach der Schlacht die Verfolgung aufzunehmen und dann mit ihren langen
Stangen mit den lustigen Fähnchen den Gegnern "beim Jogging" zu
unterstützen.
Die Husaren:
Sie waren die schicksten - mit ihren Pelzjacken, die tausende von Schnüren
hatten und die "nie" angezogen wurden, sondern sehr dekorativ über eine
Schulter getragen wurde - (das schonte den Pelz). Sie hatten die kleinsten und
wendigsten Pferde, waren im ungarischen erfunden worden und waren
eigentlich keine Soldaten, sondern "bewaffnete Banditen", die durch ihre
Schnelligkeit und durch die Überraschung den Gegner schon beim Aufmarsch
und auf dem Marsch an einem geordeneten Ablauf hindern sollten.
Auch die Offizierstellenbestzung der Regimenter entsprach dieser Abstufung:
Das "feudalste Regiment der Christenheit" die preußischen Gardes des Corps
waren von Ausrüstung und Bewaffnung ein Kürasierregiment, von dem
behauptet wurde, das selbst die Pferde noch einen untadeligen Stammbaum von
60 Generationen aufweisen mußten. Bei den Offizieren war es daher schon
schwierig einen nachgeborenen Prinzen unterzubringen.
Für die Husaren war dagegen eine "kriminelle Vergangenheit" als
Schulwechsler oder Bonbondieb im Kindergartenalter eher eine Empfehlung.
Der letzte Deutsche Kronprinz trug mit Stolz seine schwarze Husarenuniform,
die als aktiver Kommandeur der 1. Leibhusaren in Danzig Langfuhr erworben
hatte, im Regiment waren allerdings nichtadelige Offiziere nicht selten
(wenn sie es sich leisten konnten, denn die monatliche Kasinorechnung
überstieg den Sold um ein Vielfaches).
Kavallleristen waren eher Individualisten und modern: Nachdem die Aufgabe der
Kavallerie im I. Weltkrieg bald abhanden kam, fanden sich viele bei der
Luftwaffe (z.B. Richthofen, ein Ulan) und der Panzertruppe wieder.