Böhm-Chronik




Zusammenfassung der bisherigen Böhm-Forschung
Stand: Mai 2008
Verantwortlicher Bearbeiter: Guenter Boehm

Böhm'sche Zeittafel



Stammliste

von den mutmaßlichen und erwiesenen Namen der Kohlenbauernsippe Böhm sowie deren Vorfahren
in Weißstein, Hermsdorf und Dittersbach
im Waldenburger Bergland in Schlesien



Soll die Familienforschung einen tieferen Sinn haben, so muss sie versuchen, über das Zusammentragen blosser Ahnendaten hinaus ein Bild von der Umwelt und den Lebensverhältnissen der Ahnen zu gewinnen; dann ist auch die Arbeit des Familienforschers gleichzeitig eine Hilfe für unsere Heimatgeschichte, die auszubauen nicht allein dem Historiker überlassen bleiben kann. Ich habe meine Familiengeschichtsforschung - eine an Ahnenforschung orientierte Sozialgeschichte - in vier Epochen unterteilt und dabei Geschichte wie auch Landeskunde mit einbezogen.

Unerwartete Hilfestellung erhielt ich durch die Forschungsarbeiten in den 1920/30er Jahren der Heimatforscher Kurt und Emil Tschersich zu Heincze Behem anno 1409 sowie Ludwig Häuflers Forschungen zur Geschichte des Waldenburger Berglands und der Grundherrschaft Waldenburg-Neuhaus. Ich konnte darauf aufbauen. Desweiteren war die besondere Stellung (Erbrecht) der Hermsdorfer Kohlenbauern in der Grundherrschaft von Bedeutung. Der Grundherr war stets zusammen mit der Bauernschaft Kuxeninhaber. Die Archivalien dazu erleichtern die Forschung und ergänzen das Suchen in den Kirchenbüchern.

Neuerdings hat Dr. Werner Rudolf mit seiner sehr in die Tiefe gehenden Heimatforschung zur Geschichte von Schwarzwaldau beigetragen, weitere Informationen zu den Beheim/Behem zu finden. Besonders hervorzuheben ist seine Forschung anhand von Eintragungen in Landbüchern vom 14. Jahrhundert zu den verwandtschaftlichen Verbindungen der damaligen Familien im Fürstentum Schweidnitz-Jauer.

Ferner sind die Forschungsergebnisse polnischer Regionalchronisten erwähnenswert, wie zum Beispiel die Ortschronik (in Polnisch) von Czarny Bór/Schwarzwaldau


"Czarny Bór - Historia i wspólczesnosc"
von Ks. Wladyslaw Stepniak (Pfarrer von Schwarzwaldau), in der die Behem des 14.Jahrhunderts ausführlich beschrieben werden. Desweiteren ist die Dissertation Dane szczegolowe ksiazki (in Polnisch) von Mateusz Golinski erschienen, zum Thema "Was ist im Jahre 1355 im Fürstentum Schweidnitz geschehen?" (in der Frage des Eigentums und der Funktion von Burgen und Schlössern). In dieser Arbeit werden u.a. auch die Behem erwähnt. Studie 1355 Fürstentum Schweidnitz von M. Golinski und Bericht Golinski (auszugsweise) No. 1 und No. 2. Die Zusammenfassung dazu von Dr.Rudolf: Zum Widerstand von Teilen des Adels gegen Herzog Bolko II.


Mit Links zu erklärenden Seiten der Böhm-Chronik

Zeit der schlesischen Piasten (bis 1392)
- Vorgeschichte unserer Familie -



Orte
Troppau (Grätz)
Jaromer in Böhmen
Münsterberg
Bögendorf
Schwarzwaldau

Domanze
Schweidnitz/Fürstenstein
Krelkau
Bernsdorf

Behandelt wird hier die Geschichte des ursprünglich böhmischen (Ritter von Rodov) und später auch schlesischen Geschlechts der Ritter Beheim/Behem (von Rodov) und deren Nachkommen. Witigo Behem / Witko der Böhme / auch Wytko von Rodow / wird im Zeitraum 1329 – 1353 oft in den Urkunden des Piastenherzogs von Münsterberg in Schlesien genannt.

Ritter Witigo I. von Rodov, der Ältere, (tsch. Rodovsky) mit seinem Sohne Witigo II., der Jüngere, auch Witche genannt, wurden in der Mitte des 14.Jhs. als Kastellan/Burggraf in der Grenzbefestigung Schwarzwaldau im Waldenburger Bergland eingesetzt. Die Rodovsky, ein altes böhmisches Geschlecht (Rodowsky von Hustirzan/Hustiran, böhmischer Uradel) waren seinerzeit Burggrafen in der Gegend von Jaromer in Böhmen. Witigo stammte aller Wahrscheinlichkeit nach aus dieser Familie - ein tschechischstämmiger böhmischer Ministeriale. (Ministeriale: Im frühen Mittelalter zu Hof-, Verwaltungs- und Kriegsdienst herangezogene Unfreie in gehobener Stellung, die meist mit Dienstgütern entlohnt wurden. Mit dem 11. Jh. begann ihr Aufstieg, ihre Dienstgüter nahmen allmählich die Form von Lehen an, bis im 13. Jh. allmählich auch die Reste der Unfreiheit beseitigt waren. Im Mittelalter gab es in vielen Orten einen Ortsadel, oft aus der Ministerialität aufgestiegen. Sehr viele dieser Familien sind bald wieder verschwunden, abgestiegen, abgewandert oder ausgestorben. Die Ministerialen - anfangs oft besitzloser Dienstadel - bildeten den niederen Adel, die unterste Schicht des Adels, dessen Angehörige nur den Rittertitel erwerben konnten.)

Der Adel in früher Zeit war nie genau definiert. Man unterschied zwischen Herren, Edelherren, Klerus und eben dem Rest der Menschheit. Das heutige Adelsverständnis, mit den feinen Nuancen im Rang stammt aus weit späterer Zeit. Im allgemeinen wurde alles nicht so eng gesehen und die Grenzen waren fließend. Es wurde eher ein Lehen gegen ein freies Gut eingetauscht. Oder wenn man Geld hatte, kaufte man sich eins, auch wenn man dann vielleicht nicht mehr der Ritterschaft oder dem Adel angehörte. Man starb als Adel aus, lebte aber weiter. Besser war natürlich man hatte beides. Eine Gutsherrntochter mit viel Landbesitz war sicherlich manchmal die Lösung. Ritterschaft und Adel war ja im späten Mittelalter sowieso ein zweifelhaftes Unternehmen, da die Einkünfte aus Lehensbesitz oft nicht ausreichten um den Verpflichtungen im Kriegsdienst nachzukommen. Deshalb waren die Ritterfamilien ja auch so weit verstreut über Deutschland, jeder Sohn war auf der Jagd nach einem Lehen. Die meisten schafften es nie, sondern blieben in Diensten eines anderen - als Verwalter oder auch als Burgmann. Anmerkung: Um ein besseres Verständnis für die damalige Zeit zu gewinnen, bin ich mir dieser etwas vereinfachten Darstellung bewusst.

Das Denken jener Zeit bewegte sich weiterhin in Stammes- und Familienstrukturen, und so bestand eine Tendenz, Verwaltungsfunktionen erblich werden zu lassen. Da die 'Bezahlung' der Funktionsträger in einer Gesellschaft, die noch keine entwickelte Geldwirtschaft kannte, nur in der Zuweisung von Land zur Bewirtschaftung erfolgen konnte, entstand daraus das Lehnswesen und später auch die Erblichkeit des verliehenen Grundbesitzes und mit der Registrierung/Beurkundung notwendigerweise die Familiennamen.



Zur Vorgeschichte in Böhmen

Je weiter zurück - desto grösser werden die Zweifel!

Ist Vitco castellanus de Gradech Vorfahre von Witigo von Rodov aus dem Stamme Hustirzan/Hustiran oder von den Witigonen von Rosenberg? ... vermutlich gibt es sogar verwandtschaftliche Verbindungen der beiden Stämme. Siehe Jahr 1252.

Anmerkung: Familiennamen, d.h. Nachnamen die über mehrere Generationen bestanden, waren in diesem Zeitraum noch nicht üblich. Meistens richteten sich die Familien nach von ihnen bevorzugten Ruf- bzw. Vornamen mit verschiedenen Beinamen, wie z.B. beim besitzlosen Dienstadel (Burggrafen) nach der Burg, die für den Landesherrn verwaltet wurde. Brüder, ja sogar die selbe Person konnten, wenn auf einer anderen Burg eingesetzt, nach einer gewissen Zeit einen anderen Beinamen, den nach der neuen Burg genannt, erhalten.




Jahr Namen und Bemerkungen
1213 Urkunde Premysl König von Böhmen. Olmütz, 30. Dec. Unter den Zeugen Vitco castellanus de Gradech. No. 14, Seite 104
Archive für österreichische Geschichte
1222 Wladislaus Marktgraf von Mähren schenkt mit Einwilligung seines Bruders Otokar dem Procurator seiner Gemahlin Wernhard das Dorf Wernharticze (Wernersdorf bei Leobschütz). Unter den Zeugen: Vitgo burgravius de Gradec, Liutcho, Szudek, Rochza castellani de Gradec. Troppau No. 19, Seite 105
Archive für österreichische Geschichte
1224 König Ottokar von Böhmen vermehrt der Stadt Troppau Rechte, Freiheiten und Besitzungen. Zeugen, unter anderen: "Henricus filius Witconis et frater ejus Witco", [...] "Witco castellanus de Gradec (Grätz)". Aus Lorenz Privilegienbuche. Urkundenbuch; alo austrian literature online page 302 und 303.

Henricus = Sohn
Witconis = Vater von Henricus
Witco = Grossvater von Henricus
Um 1350 ähnliche Namensfolge und ebenfalls Kastellane
1234 Premysl Marktgraf von Mähren bestätigt der Stadt Neustadt in Mähren (Unichow) die ihr von seinen Vorfahren verliehenen Privilegien und Rechte.U.d.Z. Wokco burgrabius de Gradec. Olmütz, 15. August. No. 29, Seite 108. Archive für österreichische Geschichte
1252 Pragae: Fridericus de Chomutav, filius Nacherati, fratibus domus Teutonicae dat oppidum Chomutow. --- T. Boruta de Redhosce, Witek de Gradec, Jaros de Zliwen, Wock de Rosemberk, Witek de Pribiniz, Zezema de Kostomlat, Ceasta de Lubzan, Ondrey de Weschrom (Vsechromy), et frater suus Zlawek, Pitrolt, Marcwart de Onsow, Bolezlav de Zmecen (Smecno), Lu...de Bezdakov, Witek de Nacherat (Nacerac), Bedrich de Harupnik (Horepnik), Mathei et Cazlav de Rasalowiz (Rozdalovice), Lutobor de Mcel, Pabyan de Ceceliz (Cecelice). Priloha, F., Seite 521, 522.
1311 Heinricus de Sylicz (Seidlitz) 1311 Burggraf von Grätz bei Troppau. Vielleicht liegt in Grätz der Ursprung der engen Bindungen Seidlitz - Behem (siehe 1343), denn Heinrich von Seidlitz - der Vater des Heynke, der die vier Dörfer im distr. Landeshut (u.A. Buchwald !) besaß, war 1311 Castellan von Grätz bei Troppau. Das Geschlecht von Seydlitz/von Seidlitz


Zur Frühgeschichte in Schlesien


Das Waldenburger Bergland war vom 12.Jh. bis zur Mitte des 14.Jhs. umstrittenes Grenzland zwischen dem Königreich Böhmen und dem Herzogtum Schweidnitz der schlesischen Linie der Piasten. Eine Grenze im heutigen Sinne gab es nicht. Deshalb war der Herzog von Schweidnitz, Bolko I., der grosse Burgenbauer. Es war die Zeit der Endphase des Umbruchs vom Stammesfürstentum zum Territorialfürstentum. Die Übernahme des deutschen Lehnrechts war dabei für die Piasten vorteilhaft.

Als König Johann von Böhmen bei seinem Feldzug gegen Schweidnitz im Jahre 1345 Landeshut eroberte, fielen ihm auch die Gebiete im Umfeld, darunter Schwarzwaldau und Konradswaldau, zu. Bolko II. eroberte zwar 1348 Landeshut zurück, die beiden Burgen aber bleiben in böhmischer Hand. Der polnische Historiker Golinski stützt sich in bei dieser Aussage auf ein gewisses Dokument von Johann von Luxemburg . König Johann bestimmte für die eroberten Burgen (Schwarzwaldau, Konradswaldau und Weißstein) einen Mann seines Vertrauens als Burggrafen: Diesen fand er in dem aus Böhmen stammenden Ritter Witigo von Rodov, der bereits seit längerer Zeit ein Vasall des Herzogs von Münsterberg war. Das Herzogstum Münsterberg hatte sich bereits unter entsprechendem Druck Böhmen unterstellt.

Stepniak schreibt über die Bündnisvereinbarungen zwischen Böhmen und Schweidnitz-Jauer und führt dann aus: "Da akzeptierte auch Bolko II. den Ritter Witigo I., dem König Karl I. diese Schlösser zu Lehen gegeben hatte, auf den Schlössern Schwarzwaldau (veste Swarczewalde) und Konradswaldau (veste Conradiswalde). Der Grund, weshalb Bolko II. damit einverstanden war, war die Eheschließung zwischen Ritter Wittigo I. und einer schlesischen Adeligen [vermutlich von Czirne oder von Seidlitz]. Dadurch kam das von Wittigo I. verwaltete Gebiet in den Machtbereich von Fürst Bolko II., der die Vergabe dieses Lehens bestätigte."

Der böhmische König Karl, seit 1347 auch deutscher König, hatte sein Hauptinteresse auf Schlesien gerichtet. Karl IV. einverleibte 1348 die schlesischen Fürstentümer förmlich der Krone Böhmens und bestätigte dies als römisch-deutscher Kaiser 1355. Die Hoheitsrechte der schlesischen Fürsten blieben allerdings unangetastet. Durch eine kluge Heiratspolitik des böhmischen Königshauses kam dann 1392 das Herzogtum Schweidnitz-Jauer vorerst endgültig zu Böhmen. Die Burgen stiegen dadurch zur Bedeutungslosigkeit herab.

Als Witchendorf, Ort eines Wittiko, wird Wittgendorf im Jahr 1322 erstmalig urkundlich erwähnt. Welches Wittgendorf ist es? Wittgendorf bei Zittau oder Wittgendorf bei Schwarzwaldau? Flurname: Böhmer-Berg (pol. Pasternik góra), nahe Wittgendorf bei Schwarzwaldau.

Witigo II. (Witche, der Jüngere) und seine Söhne dienten dann nach 1355 am Hofe des Piastenherzogs Bolko II. von Schweidnitz-Jauer und seiner Witwe Agnes. Die von Rodov wurden nun die Beheim - Herren aus Schlesien - genannt. Die Beheim gehörten jetzt zur landsässigen Ritterschaft. Die bisherige Forschung in den Landbüchern lässt die Andeutung zu, dass die Grundherrschaft Schwarzwaldau mit allem Zubehör einschliesslich der drei Dörfer Gabelaw, Anewaldisdorf und Dyterichsbach, aber offenbar nicht die Burg, ein Afterlehen an die Behem war, vermutlich von den von Czirne oder von den von Seidlitz als Lehensgeber. Die Burg war jedoch ein herzogliches Burglehen.

Verzeichnis der Ortschaften von Erwähnungen des ursprünglich böhmischen und später auch schlesischen Geschlechts der Ritter von Rodov, Beheim / Behem im 14. und 15. Jahrhundert.

Unsere Ahnen erscheinen von 1329 bis um 1500 als Edelleute. Folgende Ausdrücke beweisen die Standesqualität: (böhmischer) Ritter, herzoglicher Gefolgsmann und Edler, Herr, Militis (militibus), Nobilis (nobilibus). Die Genealogie ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit insoweit gesichert, dass 'geschichtlich' keine Bedenken bestehen sollten. Dies kann z.B. mit gleichem Namen, Wappen (in früheren Zeiten) sowie selbem Grundbesitz (1409, 1571(?), 1676, 1734, 1808 und 1861/1883) nachgewiesen werden, wobei einige historische Quellen nur begrenzten Wert haben, denn Geschichte ist - trotz aller Urkunden und Nennungen - eine Frage der Interpretation und niemals absolute Gewissheit.

Herzogl. Hofschreiber -> Kastellane/Burggrafen -> Grundherren -> Grundbesitzer

Anmerkung: Es ist schwierig, die Ehefrauen der Witigos, Vater und Sohn, einzuordnen. Ich teile die Ansicht, dass Witigo der Ältere mit einer Czirne und Witigo der Jüngere (Witche genannt) mit einer Seidlitz verheiratet war. Die enge Bindung zu den Seidlitz nach 1355 lässt meine Vermutungen erhärten.












Jahr Namen und Bemerkungen
1328 Münsterberg. Bolco, Herzog von Schlesien und Herr von Fürstenberg und Münsterberg, befreit [...] von dem auf den 10 in Crelcow (Krelkau) dem Stifte [Heinrichau] gehörenden Hufen haftenden Ritterdienst. Zeugen: des Herzogs Getreue Heinrich von Biberstein, Richolf de Sobota (Zobten), Peregrin von Petirswald, Witgo von Jansdorf, Hartmann von Vegebutel, Hermann Landvogt von Strehlen, Johann von Comereu Hofnotar [...].
Codex Diplomaticus Silesiae T.22 Regesten zur schlesischen Geschichte 1327-1333
[4730] 16.März 1328, page. 39

1329 Herzogs – Urkunde vom 31.10.1329, Zeugen: "die Herren Hermann von Riebinbach, Heinrich von Waldow, Nikolaus von Dangelwicz, Friedrich gen. Spiegel von Betschow, Johann von Hayn, Wytko von Rodow (jedenfalls Budow zu lesen) und Peter herzoglicher Hofnotar." Regesten zur Schlesischen Geschichte [4882] .
1333 Herzogs – Urkunde 216 vom 19.09.1333: Zeuge u. a. „Johann von Budow ..., ferner Witcho der Böhme. Weitere Erwähnungen im "Urkundenbuch der Stadt Münsterberg in Schlesien, Teil II".
1336 CXLVII. 8.Dezember 1336. "Bolko II., Herzog von Schlesien Münsterberg, befreiet alle Güter des Klosters Kamenz von dem Landgerichte und gibt dem Kloster die oberste Gerichtsbarkeit über dieselben." [...] Testes hujus sunt, domini Arnoldus de Rathenow, Johannes Budow, Reinhardus de Bischovisheim, Peregrinus de Petirzwald, Peczco de Milcowicz, Withco Boemus, Paulus de Pemerico, et Petrus curie nostre notarius. Datum Glacz, sexta ydus Decembris, anno domini millesimo CCCXXX sexto. Urkundenbuch Original-Seite 542 und 543 (Katalog 560/561)
1338 252 / 01. Oktober 1338 : Der Herzog befreit eine Mühle, die den Klosterbrüdern von Heinrichau gehört, von allen Abgaben. Zeugen u.a. Johann Budow und Wytco v. Rodow (Witko der Böhme). Weitere Erwähnungen im "Urkundenbuch der Stadt Münsterberg in Schlesien, Teil III".
1340/
1341
Elf Hufen, wahrscheinlich anfangs unter zwei Besitzern. 1340 überließen Martin, Petsche und Hanko, Gebrüder von Schwenkenfeldt ihre 7 ½ Mark jährlichen Zinses supra mansis suis in villa Bougindorf sitis, quondam ad castellaniam in Hornsburg (Hornschloß im Reimsbachtal) pertinentibus, vor dem Herzog Bolko eben diesem Ritter Wittko (Boemo dicto) von Rodow [Witigo Beheim]. 1341 verreichte Herzog Bolko dem Wittko von Rodow die ihm vom Grüssauer Abt aufgelassenen 9 Mark jährlichen Zinses auf den anderen 6 Hufen zu Bougindorf, so daß nun diese 11 hufen in einem Anteil von 16 ½ Mark jährlicher Zinsen zusammengezogen wurden.
Zu BÖGENDORF (Bogendorph, Beugendorph, Beygendorf, Bongindorf, Beigendorff, Bägendorf ... (Zimmermann, 5.Teil, 1785, Seite 412).
Regesten zur Schlesischen Geschichte: Wytko Beem / der Böhme, gen. v. Rodow, [6474] vom 22.Juli 1340 und [6581]vom 3.Mai 1341

1341 Reg. 6647 / 1341, Münsterberg. Nikolaus, Herzog v. Schlesien, Herr zu Münsterberg, bek., dass vor ihm der Ritter Friedrich Spigil v. Beczow (Spiegel von Bettschau) mit einmütiger Zustimmung seiner Gattin, Kinder und Erben dem hzgl. Gefolgsmann und Edlen Wytego Boemus 7) das Dorf Crelekow (Krelkau) im Münsterberger District mit allen seinen Nutzungen und Zugehörungen ... verkauft und vor ihm (dem Herzog) richtig aufgelassen hat. Der Herzog verleiht mit Zustimmung der Herzogin Gutha v. Münsterberg dem Wytego und dessen Kindern beiderlei Geschlechts (utpote maribus et femelis) sowie dessen Erben und gesamten Nachfolgern das gen. Dorf ... zu ewigem Besitz.
Zeugen : Die Edlen Mathias, Graf v. Trenthz (Trentschin), Bruder des Herzogs, Stoscho von Stoschewicz, Heynemann von Peterswalde, Johann Budow, Nik. v. Berenwalde (Bärwalde Kr. Münsterberg), Peczo v. Libenow (Liebenau Kr. Münsterberg), hzgl. Getreue und Johann von Alta Muta (Hohenmauth in Böhmen). Auf der Rückseite der Urkunde befindet sich der gleichzeitige Vermerk Wytcho Bohemus miles emit Crelko .
An der Urkunde (Diözesanarchiv Breslau) hängen das Adlersiegel des Herzogs und das kleine Thronsiegel der Herzogin Gutha.
Anmerkung 7) : Johannes Witko, Sohn eines böhm. Ritters; vgl. Pfitzner a. a. O. S. 134
Regesten zur Schlesischen Geschichte [6647] 9.August 1341
1341-1342 Reg. 6658 / 1341: Wytko der Böhme Zeuge von Herzog Nikolaus von Schlesien, Herr zu Münsterberg, als dieser die Bergwerke in Reichenstein distr. Frankenstein an den Ritter Heinrich von Huguwicz zurückgibt.

=====
Reg. 6749 / 1342: Witco Boemus (der Boehme) - Anmerkung 4: Johannes Witko, Sohn eines böhmischen Ritters - ist Zeuge in einer Urkunde von Herzog Nikolaus als dieser die Schenkungen seines Vaters an das Kloster Heinrichau bestätigt.
Aussagen zu den BEHEM in den Regesten zur Schlesischen Geschichte 1338-1342
1343 Witigo I. Böheim/Beheim (Vater), Ritter auf der Veste Swarczenwalde (Schwarzwaldau) wird in Dokumenten von Münsterberg 1329 erstmalig erwähnt. Vater und Sohn kamen von Rodov bei Jaromer in Böhmen. Sie kamen durch Böhmenkönig Johann nach Schlesien (Münsterberg) und offenbar durch Bolko II. als Kastellan (Burgverwalter) der drei Grenzbefestigungen Swarczenwalde, Conradiswalde und Gleisberg oder Zeisberg ins Waldenburger Bergland; das Wappen der Beheim zeugt von einer Schlüsselgewalt. Von wem die Beheim/Behem nun mit der Grundherrschaft Schwarzwaldau belehnt wurden [Lehen auf Zeit?] ist ungewiss. Vermutlich war es ein Afterlehen der Seidlitz. Nobilibus Vytkone Bohemo [Witigo Beheim] wird u.a. neben Johanne Budaw, Johanne de Hakenborn, Johanne de Nemptsch in einer Lehnsurkunde vom 14.August 1343 im Zusammenhang mit der Stadt Zobten erwähnt.
E. Tschersich: "Wie wurde das Waldenburger Bergland deutsch?", Seite 56, wird ausdrücklich Witigo Vater und Sohn im Zusammenhang mit Schwarzwaldau genannt.

1349 CLXIV. 2.November 1349. "Nicolaus, Herzog von Schlesien Münsterberg, gibt dem Rathe der Stadt Strehlen das Recht zu Willkühren und zur völlig freien Rathswahl." [...] Testes hujus sunt, domini Ulricus de Lewinrode, Peregrinus de Petirswalde, Johanne de Budow, Witko Boemus, Bernhardus de Rotewicz, militis, Theodericus de Syczyn fideles nostri, et Nickol de Ponkow curie nostre notarius, cui presencia dedimus in comisso. Datum Munstirberg, in crastino omnium sancturum, anno domini millesimo trecentesimo quadragesimo nono. Urkundenbuch Original-Seite 566 und 567 (Katalog 584/585)
1342-1353 272 / 15. Juli 1342 :
Johann von Buydow (sonst Budow) verkauft in Berhardi villa (Bernsdorf) 6 Hufen an Peter den Schmied und an Cunrad Schofsdorf. Zeuge u.a. Voytko der Böhme.

=====
277 / 10. Februar 1343 :
Voitego der Böhme (als einer der „Getreuen des Herzogs“) zeugt für Herzog Nikolaus.

=====
283 / 16. Oktober 1343 :
Johann von Budow urkundet, daß Cunad von Schofsdorf in Bernsdorf verkauft hat. Zeuge u. a. Wytko Beme

=====
284 / 25. Januar 1344 :
Zeugen von Herzog Nikolaus : u.a. Johann Budow, Wytego der Böhme.

=====
293 / 18. April 1346 / 295 / 18. August 1346 / 304 / 29. März 1349 :
Zeugen von Herzog Nikolaus u.a. Johann Budow und Witko der Böhme.

=====
305 / 30. März 1349 :
Zeugen von Herzog Nikolaus ... Johann von Budow, Witko der Böhme, sämtlich Ritter.

=====
308 / 07. September 1349 / 309 / 02. November 1349 / 310 / 08. Januar 1350 :
Zeugen von Herzog Nikolaus u.a. immer auch H. Johann Budow, H. Withke Bemyn (308), Johann von Budow, Witko der Böhme, des Herzogs Getreue (309) und Johann von Budow und Witko der Böhme (310)

=====
313 / 16. September 1350 / 314 / 23. November 1350 :
Z.von H. Nikol. u.a. Johann von Budow und Witko der Böhme, auch Konrad von Czirnen (314)

=====
316 / 19. April 1351 :
Zeuge von Herzog Nikolaus u.a. Witko der Böhme – Hans von Budow nicht genannt !

=====
317 / 14. Mai 1351 / 322 / 06. Mai 1352 :
Zeugen von Herzog Nikolaus u.a. Johann von Budow und Witko der Böhme.

=====
327 / 01. Februar 1353 :
Zeugen von Herzog Nikolaus u.a. : die Ritter Johann von Budow, Withko der Böhme, Jungeling von Czirnen !, ferner Heinmann Bolczen ...

Quelle: "Urkundenbuch der Stadt Münsterberg in Schlesien", Teil III, bearbeitet von Paul Bretschneider.
1345-1355 Witko Böhme (Vater) erscheint nach 1353 nicht mehr in Münsterberg. ... 1355 zügelt Herzog Bolko II. die Ritter auf der veste Swarczenwalde – er brauchte danach wohl „neue Leute“; Witko war wohl einer von ihnen.

Vermutlich wurde Witche [Witko] Behem nach dem Einfall 1345 von Johann von Böhmen im Herzogtum Schweidnitz von den böhmischen Herrschern als Castellan der drei Burgen Schwarzwaldau, Konradswaldau und Weißstein berufen, nachdem er sich vorher bereits im Herzogtum Münsterberg einen Namen gemacht hatte. Gleichzeitig erhielt er wohl auch den Besitz Schwarzwaldau. Siehe auch: Zum Widerstand von Teilen des Adels gegen Herzog Bolko II. (Cunemann von Seidlitz, Heinrich von Schweinichen, Kekelo von Czirne, Witche [Witko] Behem). Diese Gruppe der Ritterschaft drängte Bolko II. zum schnelleren Beitritt zum Römisch-Deutschen Reich, d.h. zu Böhmen. In der Zeit der Ritterromantik wird in einigen Büchern zur Heimatgeschichte diese politische Opposition voreilig und unzutreffend als 'Raubritter' bezeichnet.

Witche Behem erhielt dann nach einiger Zeit das Lehen Schwarzwaldau von Bolko II. wieder zurück. Tschersich schreibt dazu: "... Doch da konnte selbst der Herzog den Herren von Böheim, Witigo Vater und Sohn, die ihnen [vom König in Böhmen] über die Güter und Dörfer verliehene Dominalgewalt nicht mehr nehmen."
1366 Witigo II. (Witche genannt) Behem (Sohn), Ritter auf der Veste Swarczenwalde (Schwarzwaldau). Ehefrau Jutta von Czirne oder von Seidlitz. Hierzu haben die Historiker noch verschiedene Meinungen. Witche Behem II. (der Jüngere) wird von 1366 bis 1371 über 60-mal als Hofschreiber (Mitglied des Rittergerichts) der herzoglichen Kanzlei der Schweidnitzer Piasten erwähnt (Landbuch Vol.I 1366-1376). Er besass Krelkau und Bernsdorf in der Nähe von Münsterberg wie auch darüber hinaus zahlreiche Zinsen.
1367 Verwandtschaftliche Beziehungen zu den Behem lassen sich vermuten. Siehe Landbuch A, 160.: 8 IV 1367 [...] Ulrich Behme unsir burggrave czu Rockinberk [...] [A.164].
Anmerkung: Rittergut Rechenberg bei Haynau ?
1371 Witche Behem II. hat Jutta seiner ehelichen Hausfrau das Haus Schwarzwaldau zum Leibgedinge [Witwengut] aufgelassen [überschrieben].
1374 Hans [Hannos] Beheim / Johannes Witko hat 1374 das Testament seines Vaters Witigo Beheim ausgefüllt. Witigo (Witek) Beheim besass Krelkau und Bernsdorf in der Nähe von Münsterberg wie auch darüber hinaus zahlreiche Zinsen. Seine Kinder waren Hans/Johannes Witko (der im Jahr 1374 das Testament seines Vaters ausfüllte), Sigismund der sich von Schwarzwaldau schrieb, Elisabeth die Ehefrau des Günter von Adelungsbach und Jutta, die Ehefrau des Hans von Budow. Jurek: Das fremde Rittertum in Schlesien bis zur Mitte des 14.Jhs.
Anmerkung: In anderen Dokumenten wird Sigismund mehrmals als Sohn von Witche Behem angegeben.
1385 Zu Domanze: Um 1385 kaufte den zweiten Anteil der Ritter Siegmund zu Schwartzenwalde [Beheim], der ihn 1401 an Heinrich von Schindel weiter veräußerte. ... Dieser vereinigte nun wieder den gesamten Domanczer Besitz in einer Hand...
1386 Ruprecht Behem hat vorkowft -- Nicklose Tunkeln alles, daz er -- gehabt hat in dem dorfe Woyczichsdorf [Woitsdorf Kreis Goldberg-Haynau] in dem weichbilde zum Bunczlow --, Datum Sweidnicz anno Domini MCCCLXXX [1380] sexto feria quinta post diem beati Procopii, testes dominus Wentsch de Donyn, Nicolaus de Czeiskberg, Petrus de Meyenwalde, Nicolaus de Crebilwicz milites, Guntherus de Ronow, Hertil Budzewoy et dominus Jo(hannes) Kolmas protonotarius etc. (Quelle: Landbuch II, 278. 5 VII 1386) [Df.50].
1388 Krelkau: Die Hälfte dieses Dorfes war schon längst ein Eigenthum des Klosters, die andere Hälfte hingegen kaufte der Abt Nikolaus erst 1388 von Sigmund von Schwarzenwald dazu, und der Herzog Bolko [von Münsterberg] konfirmirte den Kauf.
1390 Sigismund von Schwarzenwalde, Sohn des weil. Witche Behem; verreicht dem Tamme von Lasan das Haus Schwarzenwalde; Burg Schwarzwaldau (ohne Ort).
Quellen:
Lehensurkunden, Regesten, Urkundenbücher, Landbücher, Schriften zur Lokalgeschichte


Zeit der Böhmen (1392-1740):
- Frühgeschichte unserer Familie -

Orte
Schwarzwaldau
Weißstein
Woitsdorf
Modelsdorf
Mörschelwitz

Nach 1400 verlieren sich die Spuren der Beheim, nur Heincze Behem und seine Ehefrau Jutta von Redern - Heincze ist wohl der jüngste Sohn von Witigo, Witche genannt und seiner Ehefrau, vermutlich Jutta von Czirne - wird 1409 urkundlich erwähnt, als er das herzogliche Lehnsgut in Weissstein als Afterlehen vom Waldenburger Grundherrn Ulrich Schof (Schaffgotsch) erhielt.

Das ' DIE vor dem Namen' im alten Siebmacher von 1605 (Wappensammlung) bezeichnet meist Angehörige der Ritterschaft im späten Mittelalter, sogenannte Ministeriale. Diese führten oft das Prädikat vor dem Nachnamen, wie z.B. 'die Beheim'. Da oft ein und die selbe Ritterfamilie mehrere Sitze als Lehen (Dienstlehen/Lehen auf Zeit) hatte, die oft wechselten, wäre ein "von" nicht angebracht gewesen. In der Ritterschaft änderte sich das erst, als mehr und mehr Ritter Allodialbesitz erwarben, oder die Herrschaft über ein Gut oder Besitz erblich wurde. Dann verfestigte sich oft auch das "von" vor dem Nachnamen/Familiennamen bzw. vor dem Namen des Besitzes, der Burg oder des Dorfes. Manchmal fiel dann der Nachname/Familienname auch ganz weg, z.B. Sigismund (Beheim/Behem) von Swarzcenwalde (und Rodov). Das Wappen war wichtiger als der Nachname/Familienname; es war seinerzeit das Hoheitszeichen/Kennzeichen einer Familie. Die adeligen Nachnamen verfestigten sich allmählich ab dem 12. Jahrhundert, bei den Behem erst nach 1400.

Töchter werden vor 1600 selten erwähnt. Von ihrer Einbindung in ihre elterliche Familie erfahren wir häufig erst über die Nachrichten von den Familien ihrer Ehemänner.

Durch die Registrierung der Lehen im herzoglichen Kanzleiregister der Piasten und damit die Festigung des deutschen Lehensrecht war wohl der letzte Schritt von einer Stammesherrschaft (Ersitzen/Besetzen eines Besitzes) zur Territorialherrschaft (Beurkundung eines Besitzes) getan. Die landesherrlichen Burgen verloren dadurch an Bedeutung. Ursprünglich waren es reine Kastellaneien ohne Territorialherrschaft. Anmerkung: Die Kastellanei umfasste den Burgbezirk, das Land in der Nähe einer festen Burg (Kastell), das sich im Eigentum des Landesherrn (Herzog) befand. Der Kastellan übte dort im Namen des Landesherrn Herrschaft und Gerichtsbarkeit aus, ihm unterlag die Heeresverwaltung des Bezirkes. Im Fürstentum Schweidnitz-Jauer gab es 1369 noch 17 Burggrafen (Kastellane). Ein weiterer Beweis, dass das Verwaltungssystem der Kastellaneien der Piasten langsam zu Grundherrschaften nach deutschem Recht umgewandelt wurde. Dies geschah über einen längeren Zeitraum ... und was machte man zwischenzeitlich mit dem Überbleibsel, den Burggrafen (Kastellane)? Sicherlich eine interessante soziologische Entwicklung dieser Gruppe, welche wohl auch die Behem durchmachte.

Mit der Stärkung des Territorialfürstentums bildete sich allmählich eine neue Verwaltungsstruktur, die der Grundherrschaften, heraus. Mit problematischen Folgen, denn mit der zunehmenden ökonomischen und politischen Macht der Städte sowie der aufkommenden Geldwirtschaft geriet vor allem der niedere Feudaladel (bäuerliche Kleinadel) in eine permanente Krise.Vermutlich verschlechterte sich die Lage einiger Lehensnehmer weiter mit der Einführung des Pfandschillings seitens des Lehensgebers. Die Folgen daraus: im 15.Jh. schieden die 'armen Ritter' aus dem für sie zu teuer werdenden Ritterstand aus. Familien, welche sich bis dahin nicht in den Herrschaftsstrukturen etablieren konnten, sanken ab. Vereinzelte wurden von der anderen Seite als 'Raubritter' bezeichnet, andere wurden 'Dienstmannen' eines Herrschers und die meistens sicherlich Bauern.

Obwohl in Siebmachers Wappensammlung von 1605 'Die Beheim' als Schlesische Ritter aufgeführt sind, wurden sie ebenfalls im Siebmacher 1701-1772, "Band Schlesien, Abgestorbene, 3. Teil" veröffentlicht. In den später erschienenen Adels-Almanachen sind sie nicht mehr aufgeführt worden, da die Auflistungen von Einsendungen der Familien abhingen und die Familie ist bereits sicherlich schon im 15.Jahrhundert aus dem Dienstadel ausgeschieden, d.h. aus kleineren und für die schlesische Landesgeschichte unbedeutenden Edelleuten wurden grössere Bauern.


Jahr Namen und Bemerkungen
1393/94 1283.: 1393: Hannos Behme Urkundenzeuge
1287.: 20 X 1393: Hannos Beme Urkundenzeuge
1337.: 30 III - 4 IV (1 IV?) 1394: Hannos Behme Urkundenzeuge
1394 Sigismund Böheim/Beheim/Behem, genannt von Swarczenwalde, Ritter auf der Veste Swarczenwalde (Schwarzwaldau). Sohn des Witigo Jr. [Witche], wird nach der Burg benannt (Erb- und Gerichtsherr). Ehefrau ist Katharina von Ronaw. 1394 werden Hannos [Behem Seidlitz], Cunrad [Behem Schönheu], Heincze [Behem] als 'ungesundirte Brüder' im Zusammenhang mit Sigismund genannt. Sigismund wird von 1386-1394 oft als Urkundenzeuge [Hofschreiber] in den herzoglichen Landbüchern erwähnt.
Landbuch F: Reg.1376.: 15 XII 1394 " Hannos, Cunrad und Heinze ungesundirte brüder und Segemund von Swarzenwalde haben 8 mark j(ährlichen) z(inses) in und auf alle ire güter, die sie zu Wirben und Domanze des weichbildes Sweidnicz haben, Heyneman Radaken und -- Woyczchen und Heinrichen Reinbaben zu getrewer hand zu wiederkauf aufgelassen ..."

Anmerkung: Ich sehe den Besitzanteil der drei 'ungesundirte' Brüder und des Segemund (Sigismund) als einen gemeinsamen Besitzanteil (Gütergemeinschaft) der vier Brüder an. Vier Brüder deshalb - möglicherweise sind die ungesundirten Brüder Halbbrüder des Sigismund - da hinter ihren Vornamen kein Familienname, Nachname oder Beiname genannt wird. Es ist unüblich und auch unvorstellbar in Landgeschäften, auch in der damaligen Zeit, keine Familiennamen, Nachnamen oder Beinamen anzugeben, ausser sie haben den selben Familiennamen, Nachnamen oder Beinamen der letztaufgeführten Person.
1396 Sigismund Böheim/Beheim/Behem, genannt von Swarczenwalde und Rodov , verkaufte 1396 Bernsdorf bei Münsterberg, sonst auch Bernhardsdorf genannt, an den Abt Martin zu Heinrichau, welchen Kauf auch der Herzog Bolko III. [von Münsterberg] konformierte.
1398 1398 besass dieses Dorf [Kummelwitz] und einen Antheil von Krelkau Wettich Boemus Schönheu genannt. (Quelle: Zimmermann, Vierter Theil, 1785, Seite 66, Fürstenthum Münsterberg)
1396-1401 9 XII 1396: Henczkone dicto Behem(en) als Urkundenzeuge. (Landbuch III, 146.) [f.83v].
23 I 1397: Henczko Beheme als Urkundenzeuge [f.86v].
22 V 1399: Heincze Beheim als Urkundenzeuge. Lanbuch III, 555.
17 VI 1399: Heincze Beheme als Urkundenzeuge [f.119v].
19 VI 1400: Heyncze Behme de Jegirdorf als Urkundenzeuge. Landbuch III, 797.
24 VIII 1401: Heincze Beheim als Urkundenzeuge. Landbuch III, 1022.
14 X 1401: Heinrico Beheme de Jegirdorf als Urkundenzeuge. Landbuch III, 1066.
15 X 1401: Heinrico Beheme als Urkundenzeuge. Landbuch III, 1057.
1399 Wir Benesch von Chussnik etc. bekennen, das -- der tochtige Nickel Beheme -- hat vorkauft yn eynem ewigen kaufe hern Otten von Czedelicz -- allis, das her gehabt hat -- yn deme dorfe czu Woyczichsdorf [Woitsdorf Kreis Goldberg-Haynau] des weichbildes czum Bonczlaw gelegin -- yn allir weize und masse, als der egenante Nickel Beheme das allis mitenander selbir gehabt hat -- und als dieselbin gutir von synem vatir an in kommen synt, sundirlichin, das kirchlehen doselbinst -- dem vorgenannten gute volgin zal -- . Actum Sweydnicz anno XCIX dominica Reminiscere, presentibus Nicolao de Czeyskberg, Nicolao de Rechinberg militibus, Gunthero de Rechinberg, Johanne de Wilkaw et domino Johanne Kolmas etc. (Quelle: Landbuch III: 579. 23 II 1399.) [Gf.120v].
~1400 Der Burgbezirk/Grundherrschaft der Böheim/Behem von Schwarzwaldau (drei Dörfer: Hermsdorf [Hermannsdorf], Weißstein [Weyßen Stein] und Altwasser [Aldewasser]) fiel an die Grundherrschaft Waldenburg-Neuhaus. Bereits 1394 kaufte Ulrich Schoff auf Neuhaus das Gut und Dorf Dittersbach [Dyterichsbach] dem Schwarzwaldauer Grundherrn ab.
1401 Jutta von Redern, die Ehefrau von Heinzce Beheim/Behem übergibt ihre Gerade auf Schwarzwaldau ihren Brüdern Heincz, Hans, Bernhard und Tristram von Redern. (Landbuch III, 964 / 5 IV 1401)
1402 Seite 21 : Sigismund von Schwarzenwalde 1401 nochmals als Zeuge genannt.
Seite 22 : Ketirlin, Witwe des Siegmund von Schwarzenwalde, bevormundet durch Junge – Heinze von Ronaw, verreicht dem Ritter Heynemann von Schonefeld, Glockrian v. Rachenau, Hans v. Nimtsch und Kunraad Schonheu [= Behem] 7 M. jährl. Zs. auf ihr Leibdedinge zu Wenig – Mohnau. Schweidnitz 1402.
Z.: Bernhard v. Waldau, Heinrich Zettritz
Auszüge aus Heraldisch – Genealogische Gesellschaft „Adler“ / Wien zu Seydlitz
1402 1402 verschreiben Anna, Witwe des Ramfold v. Wiese und Jungfrau Eneda, ihre Schwester, dem Kaspar v. Niebelschütz ihr Vorwerk zu Mühlsdorf bei Bunzlau, nach ihrer beider Tod zu besitzen. Dessen Frau Agnes war eine Schwester oder Tochter der Anna. Im denselben Jahr bestimmt er für seine Gattin, die sich Hans v. Redern und Nickel Stange zu Tutoren gewählt hat, alles, was er in des Königs Landen besitzt. Agnes heiratet später den Kaspar v. Gersdorf und verzichtet 1403 gegenüber ihren Brüdern Gunzel und Hans v. Redern, Altheinze, Jone und Jungeheinze vom Sweine (Burg Schweinhaus) bezüglich aller Gerade, die ihr zustehen. - Wernicke, Adel Bunzlau-Löwenberg, S. 477
Anmerkung: Noch nicht gesichert, ob Eneda die Tochter des Heincze Behem und Jutta von Redern ist. Ist Eneda die spätere v.Niebelschütz? (siehe 1408 und 1411).
1405-1406 6 XII 1405: Heincze Beheme als Urkundenzeuge. (Landbuch III, A65.)
2 VI 1406: Henze Behme als Urkundenzeuge. Landbuch III, 1672.
2 VI 1406: Heinze Behme als Urkundenzeuge. Landbuch III, 1674.
1406 "Excerpta aus der Lehnsregistratur der Fürstenthümer Swidnicz und Jawer":
Nr. 4298:
Vor Jan etc. hat der tüchtige Hannos v. Lybental in seinem und Hanses, seines Vettern, seines Bruders Heinzen Sohnes, Namen auf den Fall, daß sie beide ohne Erben sterben sollten, die Gütter und Dörfer Tymendorf und Stockicht Distr. Greifenbergens. mit allen Ein- und Zugehörungen, dem ehrbarn Cunrad von Spilner und Heinzen; Hannsen, Nickeln und Günzeln Gebr. v. Nebilschiz, Nickel von Nebilschitzes Söhnen, verschrieben und aufgelassen. Act. Gerhardisdorf, dat. Sweidnicz an der Mitwoche in der Pfingswoche (also am 2..6.) ao. 1406. Test,: Thyzmann von Czedliz, Slegel genannt, Hannos Czedliz zum Buchwald gesessen, Heinze Behme, Hr. Seydel.
1407 24 IV 1407: Vor Jan etc. hat der töchtige Hanns Hocke die helfte aller seiner guter, die her unter dem konige in den weichbildern Sweidniz und Jawor hat, und mit namen die güter halb, die er zu Lobechaw [Lobendau] in dem dorfe districtus Lemberg hat, -- dem erbern Nikeln Behem seinem eydam (Tochtermann, Schwiegersohn) verkauft und aufgelassen. Actum et datum Sweidniz sontags nach Georgi(i) anno 1407, testes herr Heynemann von Schonefeld, herr George Czetheras rittere, Segemund von Pogrelle, Hannos von Rowssendorf, Hanns Bouch, Hannss Wiltberg, herr Seydel. Quelle: Landbuch III, 1887 [J parr. 4507]. Reg.: Zettritz nr.E30 (wedlug wpisu w landbuch J f.90)
1407 24 IV 1407: Vor Jan etc. haben die tochtigen Hannss Hocke und Nikel Behem sein eydam (Tochtermann, Schwiegersohn) einer dem andern alles, das iglicher in dem landen Sweidnicz und Jawer hat, und mit namen, was iglicher in dem dorfe Lobechaw [Lobendau] districtus Lemberg hat, dergestalt aufgelassen, dass welcher unter ihnen ane erben sturbe, dessen guter an den anderen fallen und kommen sullen, usgenomen 100 schock groschen, die der togentlichen frau Katherina Kornchenyne Hannss Hoken seiner tochter aus denselben gutern gegeben werden sullen, doch will jeweder seiner guter gewalgig seyn, dieweil er lebet. Actum et datum ut antea iisdemque testibus. Quelle: Landbuch III, 1888. [J parr. 4508].
1408 "Excerpta aus der Lehnsregistratur der Fürstenthümer Swidnicz und Jawer":
Nr. 4811:
Vor Janke etc. hat Cunze von Nebilschiz alles was er unter dem Könige hat Eneden [Eneda] seiner Hausfr. verkauft und aufgelsssen. Tutor: Herr Heinze v. Redern, Ritter, Heinze Behme. Dat Sweidniz fer. 2da vor Margrethe (also am 09.07.) ao. 1408. Test.: Poshuld, Sigmund Pogrelle, Gotsche Schof, Sigmund Bawmgarthen, Pawlike, Jeronimus.
===
1408 verleibdingt Kunze v Niebelschütz seine Frau Eneda geb. Behem. - Wernicke, Adel Bunzlau-Löwenberg, S. 478 –
1409 Heincze Behem, Ehefrau Jutta von Redern, wird vom Grundherrn von Waldenburg-Neuhaus, Ulrich Schof, mit dem herzoglichen Lehnsgut (27 Ruten = 135 ha) in Weißstein im Afterlehen belehnt. Ulrich Schof (später nannte sich die Familie Schaffgotsch) war ein einflussreicher Ritter am Hofe der Herzogin Agnes. Heincze Behem wird am herzoglichem Hofe 1396-1406 mehrmals als Urkundenzeuge [Hofbediensteter/Rittergericht] erwähnt.
Stammeltern der Weißsteiner Böhm-Sippe.
Entwicklung: Burgmannen > Ministeriale > Ritter > Gutsherrn > Bauern.
Wappenindex
Quelle: Landbuch Nr. 4970 vom 31.Okt.1409
1410 Hannus Behme / Behem , Bruder des Heincze Behem, nimmt an der Schlacht von Tannenberg in Ostpreussen teil. Soldliste [31.Dez 1410] Soldzahlung für 6 Wochen und 5 Tage; Gefangenenliste [10.Okt.1410] Lösezahlung 5 Mark.
1411 "Excerpta aus der Lehnsregistratur der Fürstenthümer Swidnicz und Jawer":
Nr. 5268 :
Cunze von Nebilschitz hat alles, was er unter den Könige hat, seiner Hausfr. Eneden [Eneda] zu Leibgedinge verschrieben und aufgelassen. Tutor : Hr. Heinze v. Redern, Heinze Behem, ihr Vater, Hannß von Liebental. Dat. Sweidnicz am Tage Agneten (also 21.01.) ao. 1411. Test. : Pushold, Peter v. Spilner, Peter Probsthayn, Colmas.
Anmerkung: Töchter werden vor 1600 selten erwähnt. Von ihrer Einbindung in ihre elterliche Familie erfahren wir häufig erst über die Nachrichten von den Familien ihrer Ehemänner.
1411 Auszüge aus dem Liegnitzer Urkundenbuch: "No. 453. 1411. Sept. 28
Die Gebrüder Nickel und Peter, genannt BEHEME, Erbherren zu WOYCZEGISDORF [Woitsdorf Kreis Goldberg-Haynau], bekennen, dass ihr Untersasse, Niclos NAYL, für 5 Mark Gr. Böhm. Münze und Pol. Zahl, dem Francz BROSTEL, Pfarrer zu Woyczegisdorf eine halbe Mark Zins auf seinen acht Ruten verkauft hat. - Montag vor Michaelis.
O.d.St.L.No. 234. An Pergamentstreifen ein kleines Siegel in schwarzem Wachs, im Wappen drei Schlüssel mit der Umschrift Petir Boeme."
Anmerkung: Nickel und Peter BEHEME sind wahrscheinlich Söhne des Ruprecht Beheme, Bruder von Heincze Behem? Gleiches Wappen wie die Schwarzwaldauer Beheim/Behem
1411 "No. 456. 1411
Die Gebrüder Nickel und Peter, genannt BEHEME, erbherren zu WOYZEGISDORF [Woitsdorf Kreis Goldberg-Haynau], bekennen, dass ihre Untersassen Andreas und Hannus HEZENER verkauft haben auf einer Hufe daselbst eine Mark jährl. Zins um 5 Mark Böhm. Gr. an Johannes BONIFACIO und seine Ehefrau Margaretha, nach beider Tode an Agathe BACKOFEN.
O.d.St.L.No. 236, mit dem Siegel Peter Böhmes."
1418 Folgende Quellen zitiert Pfotenhauer: "1418 erscheint Johannes Beheme de Kernicz als Zeuge und des Königs von Böhmen Mann im Landbuch des F[ürstentums] Schweidnitz-Jauer v. 1412-19 (St.A.) [=Staatsarchiv]. Peter und Nickel Behme 1411 Erbherren auf Woitsdorf (Goldberg), Schirrmacher Urkundenbuch der St. Liegnitz, S. 287, 289 u. 291." Schlesier im Dienste des Deutschen Ordens (1410)
1419 Witche von Schwarczenwalde verkauft dem tüchtigen Nickel Seydelicz, Kapsdorff gen., 1 M. j. Zs. zu Mirstl (Mörschel)witz Kr. Schweidnitz. Schweidnitz 1419 Z.: Kuncze Czeteris, Kunze Thamme vom Lazan, Nickel Heynemann von Schonefelt und Jorge Czeteris.
Auszüge aus Heraldisch – Genealogische Gesellschaft „Adler“ / Wien zu Seydlitz; Seite 30
Anmerkung: Ist 1398 Wettich Boemus, Schönheu genannt, Witche von Schwarczenwalde?
1473 urk. 1465-1492 verkauft 1473 Zinse seines Swehers (Schwiegervaters) Antonius Behm zu Modelsdorf [Nachbarort von Woitsdorf]. Hedwigs Vormund bei späteren Verzichten ist ihr Bruder Siegmund Behm.
Quelle:
Konrad von Zedlitz verheiratet mit Hedwig Behm, Sohn Hans von Zedlitz
http://gedbas.genealogy.net/datenblatt.jsp?nr=1000551
~1500 N.N. von Behem , Wappen mit Lilie, (Grossmutter väterlicherseits des Moritz von Braun *1564-+1609) Epitaph in Deichslau, Kreis Wohlau.
1536
1561
Der Kohlenabbau wird in der Gegend erstmalig 1536 erwähnt.
Der Steinkohlenabbau auf dem Gebiet Weißstein ist seit dem Jahre 1561 beurkundet.
1571-1595 Der Bauer Adam Behm(e), der Bauer George Behm und sein Sohn Christoph Behm aus Weißstein werden im evangelischen Waldenburger Kirchenbuch erwähnt. Adam Behm(e) wird auch in den umgebenen Dörfern mehrmals als Taufpate genannt.
1599 *1599; Anna M.DC.LV (1655) Mense Junio; Ist begraben worden Martin Böhm von Weißstein seines alters 56 jar. Ist in die Kohlgrube gefallen (Nr.88, S.170 (II) Häufler).
1604 Die Grundherrschaft Waldenburg-Neuhaus (Dipprand v. Czettritz) erteilt erstmalig den Kohlenbauern von Weißstein und Hermsdorf eine Kohleordnung mit Erbrecht.
1676 Bauer Casper Böhm(e) *in Weißstein; 1719 und 1725 Gerichtsgeschworener. 1734 als Bauer auf dem Bauergut Nr. 7; übrigens, das selbe Bauerngut wie von Heincze Behem 1409, nur etwas kleiner.
1693 Kammerdiener George Böhme *in Weißstein; 1740: 4 Söhne, 2 Töchter.
1698 Bauer Gottfried Böhme *in Weißstein; 1740: 2 Söhne, 3 Töchter.
1702 Tagelöhner Hans Christoph Böhm(e) *in Weißstein; 1740: 1 Sohn, 1 Tochter.
1703 Freigärtner, Tagelöhner George Böhme *in Weißstein; 1740: 2 Söhne, 1 Tochter.
1713 Bauer Christian Böhme *in Weißstein; 1740: 2 Söhne.
1722 Gottlob Böhme in Weißstein.
1732 Joh. Abraham von Czettritz und Neuhaus (Grundherrschaft Waldenburg) verkauft 1732 das Gut [Dorf??] Weißstein und 1738 das Städtchen Waldenburg an Conrad Ernst Maximilian, Reichsgraf v. Hohberg (1705-1742), (Grundherrschaft Fürstenstein). Quelle: Burg Fürstenstein, W. Reimann, 1882.
Vermutlich handelt es sich bei dem Gut Weißstein um das Forrwerg (Vorwerk), denn Caspar Böhm hatte einen Restteil des früheren herzoglichen Lehngutes. Siehe auch 1676 und 1734.
1734 Bauer Caspar Böhm in Weißstein, Innwohnerverzeichnis Nr.7 (siehe auch 1676)
Hofegärtner Christoph Böhm in Weißstein, Nr.10
Freihäusler George Böhm in Weißstein, Nr.15
Bauer Gottfried Böhm in Weißstein, Nr.57
Hofegärtner Tobias Böhm in Weißstein, Nr.65
Bauer Christoph Böhm in Weißstein, Nr.72
Quellen:
Landbücher, Regesten, Schriften zur Lokalgeschichte, Kirchenbücher, Herrschaftsprotokolle, Unterthanenverzeichnis, Kuxenverzeichnis


Zeit der Preussen und des Deutschen Reiches (1740-1945):
- Das Hoch und Tief in unserer Familiengeschichte -

Orte
Weißstein
Hermsdorf
Langwaltersdorf
Tannhausen
Friedland

Bemerkenswert ist die neue soziale Stellung des Bergbaus, welche sich durch die königliche Kohleordnung von 1769 ergab. Die Entwicklung der Kohlenbauern/ Kuxeninhaber (Grundbesitzer) erhielt einen Aufschwung der über 100 Jahre anhielt. Man sprach seiner Zeit - sicherlich etwas übertrieben - von einer 'königlichen' Stellung des Bergmanns, d.h. der Bergmann war viel freier als vorher und fast ohne Abgaben (Steuern) an die Grundherrschaft. Die Grundherrschaft war stets auch Kuxeninhaber der Kohlengruben.


Förderschachtanlage Charlotte-Grube (erste Hälfte des 19. Jhds.)
auf dem Gelände des Böhm-Gutes (Gottlieb Böhm, Ururgroßvater)
Durch die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einsetzende Industriealisierung des Bergbaus sahen sich die Gewerkschaften (Art einer Produktionsgemeinschaft) der Kohlenbauern (Gewerken) genötigt, ihre Kuxenanteile an die grossen Bergwerksgesellschaften zu verkaufen. Gleichzeitig erfolgte die Proletarisierung der einfachen Bergarbeiter und es kam gegen die ehemaligen Kohlenbauern der Spottruf auf: "Vom Dreckpauern zu Kuxbaronen". Der Ausspruch "Kohle [Geld] müsste man haben" stammt auch aus dieser Zeit.



Jahr Namen und Bemerkungen
1742 Georg Friedrich Böhm auf Schloß Fürstenstein.
1748 Freigärtner Gottlob Böhm in Weißstein.
1749 Gottfried Böhme *in Weißstein.
1750 Gottlob Böhme *in Weißstein.
1769 Bauer und Kuxeninhaber George Friedrich Böhm der niedere, in Weißstein, Kuxenverzeichnis Bauerngut Nr.5
Bauer und Kuxeninhaber Johann Christoph Böhme in Weißstein, Nr.12
Bauer und Kuxeninhaber George Friedrich Böhme der mittlere, in Weißstein, Nr.18
Bauer und Kuxeninhaber George Friedrich Böhme der obere, in Weißstein, Nr.21
Haspelzieher und Kerbstückhalter (Bergbau) George Friedrich Böhm *1736 in Hermsdorf.
Haspelzieher und Kerbstückhalter (Bergbau) George Böhm *1739 in Hermsdorf.
1770 Bauer und Kuxeninhaber Gottfried Böhm in Hermsdorf
spätere Tannhausener Linie.
1778 Steiger in der Johannesgrube Gottlob Behm in Weißstein.
1778 Johanna Sophie Böhmin *1754, oo1778 in Gottesberg Joseph von Ende (*1752).
1781 Bauer und Kuxeninhaber Hans George Böhm in Hermsdorf (Grossvater[?] von Johann Gottlieb Böhm),
spätere Langwaltersdorfer Linie.

Bauer und Kuxeninhaber Gottfried Böhm in Hermsdorf;
spätere Tannhausener Linie.
1790 Bauer und Kuxeninhaber (Fuchsgrube) Hans Christoph Böhm in Weißstein.
Bauer und Kuxeninhaber (Fuchsgrube) George Friedrich Böhm in Weißstein.
Bauer und Kuxeninhaber (Fuchsgrube) Hans Christoph Böhm in Weißstein (Name erscheint 2x im selben Dokument).
1792 Bauer und Kuxeninhaber George Friedrich Böhm in Weißstein, Kuxenverzeichnis 1792 - Bauerngut Nr.8
Bauer und Kuxeninhaber Johann Christoph Böhm in Weißstein, Nr.15
Bauer und Kuxeninhaber Johann Georg Friedrich Böhm in Weißstein, Nr.21
Bauer und Kuxeninhaber Georg Friedrich Böhm in Weißstein, Nr.24
1792 Johanna Christiane Böhmin *1769, oo1792 in Gottesberg Gottlob Jacob (*1766).
1798 Bauer und Kuxeninhaber Johann Gottfried Böhm *in Hermsdorf, +1862.
(Eltern: Bauer Carl Gottlob Böhm und Anna Rosina geb. Jäkelin.);
Großvater von Gustav Adolf Böhm;
Tannhausener Linie.
1800-1802 Kohlenbauer Carl Böhm in Hermsdorf oder Dittersbach.
Kohlenbauer Gottlieb Böhm in Hermsdorf oder Dittersbach.
1804 Bauer und Kuxeninhaber Johann George Böhm in Hermsdorf (Vater von Johann Gottlieb Böhm);
Langwaltersdorfer Linie.

Bauer und Kuxeninhaber Gottlob Böhm in Dittersbach.
1804 Landwehrmann Gottfried Böhm *in Dittersbach. +17.10.1831 im Alter von 27 1/2 Jahren, ev.KB Kempen, Posen; 7.LwReg.1.Comp.
1805 Bauer und Kuxeninhaber Johann Gottlieb Böhm *in Hermsdorf. (Gutsbesitzer und Berghauer). 1871: Gutsbesitzer Johann Gottlieb Böhm zu Hermsdorf vermachte der ev. Kirche 100 Thlr. Ur-urgroßvater von Herbert und Günter Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1811 Bauer und Kuxeninhaber Johann (Hans) George Böhm in Hermsdorf (Vater von Johann Gottlieb Böhm);
Langwaltersdorfer Linie.

Bauer und Kuxeninhaber Carl Gottlieb Böhm in Hermsdorf;
Tannhausener Linie.

Bauer und Kuxeninhaber; Kohlenförster (Aufseher der Kuxeninhaber der Glückhilf Grube) Böhm in Hermsdorf.
1816 Janke Böhm in Hermsdorf.
1817 Bauer und Kuxeninhaber Johann Ehrenfried Böhm , *in Weißstein, Kuxenverzeichnis 1861 - Bauerngut Nr.21. +1876. Vater: Gottlieb, Mutter: Eleonore Tschersich, Ehefrau: Anna geb. Demuth.
1829 Gottlieb Böhm *in Weißstein.
1833 Bauer und Kuxeninhaber Carl Wilhelm Böhm *in Hermsdorf, +1905. Vater von Gustav Adolf Böhm;
Tannhausener Linie.
1840 Gottlieb Johann Böhm, Dittersbach.
1841 Johann Karl Wilhelm Böhm *in Hermsdorf. Gasthofbesitzer "Zur Stadt Wien" in Langwaltersdorf. +1892. Urgroßvater von Herbert und Günter Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1842 Bauer Ehrenfried Böhm, Dittersbach; Ehefrau Anna Maria geb. Stephan.
1856 Hausbesitzer Hermann Böhm *in Dittersbach, +1936.
1864 Rittergutsbesitzer Gustav Adolf Böhm, *in Hermsdorf. Major. +1933 auf dem Rittergut Tannhausen; Tannhausener Linie.
1867 Ida Böhm *in Hermsdorf. Ehemann: Major Fröhlich, Berlin. Schwester von Gustav Adolf Böhm:
Tannhausener Linie.
1867 Ida Pauline Selma Böhm *in Hermsdorf. Schwester von Paul Erdmann Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1869 Bauer Heinrich Böhm in Dittersbach Auenhaus.
Freisteller Friedrich Gustav Böhm in Dittersbach.
1870 Paul Erdmann Böhm *in Hermsdorf. Sattlermeister in Langwaltersdorf und Glogau. +1926 Glogau. Großvater von Herbert und Günter Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1873 Louise Böhm *in Langwaltersdorf. oo Robert Schäl, Gottesberg, Grubenaufseher, +1945 in Gottesberg. Schwester von Paul Erdmann Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1874 Karl Böhm Gemeinde-Vorsteher in Nieder-Hermsdorf;
Tannhausener Linie.
1888 verwitwete Gutsbesitzer Anna Rosina Böhm geborene Scholz, +in Hermsdorf 82 Jahre.
1889 Tischlermeister Böhm, Hermsdorf.
1892 Ulrich Hans Joachim Böhm, *auf dem Rittergut Tannhausen: +1943 (im Krieg gefallen).
Tannhausener Linie.
1893 Werner Willy Richard Böhm, *auf dem Rittergut Tannhausen. Fortswirt, Dipl.-Ing; +1950.
Tannhausener Linie.
1894 Reinhard Gustav Hellmut Böhm, *auf dem Rittergut Tannhausen; +1978 in Namibia.
Tannhausener Linie.
1896 Ida Böhm *in Langwaltersdorf. oo Fritz Grubich, Hauptwachtmeister in Liegnitz. +1975 in Bad Pyrmont. Schwester von Fritz (Karl) Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1900 Fritz (Karl) Böhm *in Langwaltersdorf. Berghauer. +1987 in Pfaffenhofen/Ilm. Vater von Herbert und Günter Böhm;
Langwaltersdorfer Linie.
1900 Erika Johanna Christine Böhm, *auf dem Rittergut Tannhausen; +1950.
Tannhausener Linie.
1905 Ida Klara Fischer *in Fellhammer. oo1929 Fritz (Karl) Böhm. +1978 in Großostheim, beerdigt in Pfaffenhofen/Ilm. Mutter von Herbert und Günter Böhm.
1929 Herbert Böhm *in Friedland;
Langwaltersdorfer Linie .
1939 Günter Böhm *in Friedland;
Langwaltersdorfer Linie.
Quellen:
Schriften zur Lokalgeschichte, Kirchenbücher, Herrschaftsprotokolle, Kuxenverzeichnisse, Kirchenchronik, Ortschroniken, Standesamtunterlagen, Zeitungsberichte, Privatsammlung


Zeit der Polen (nach 1945):
- Das Aus in Schlesien in unserer Familiengeschichte -

Erlebte Heimatgeschichte

Orte
Tannhausen
Friedland



Gegenwart
- ... und die Familiengeschichte blüht weiter -

Orte
Tannhausener Linie hauptsächlich in Namibia
Langwaltersdorfer Linie in Deutschland (Bayern)
sowie in Mexiko und in den USA




2007
Dank unserer polnischen Freunde können wir für uns heute sagen:
- ... noch ist Schlesien nicht verloren! -

Ein schönes Gefühl, denn die Geschichte unserer Familie ist seit aller Ewigkeit mit Schlesien verbunden.

Jahr Bemerkungen
2007 am 14.September feierliche Eröffnung der Böhm-Kammer im Schloss Tannhausen/Jedlinka (Pressebericht). Ein kleines Archiv zur Böhm'schen Familiengeschichte in Schlesien. Wir danken der Familie Leda sowie allen Mitarbeitern des Schlosses für diesen Schritt.

Siehe auch:
Gustav-Böhm-Kammer im Schloss Tannhausen
gewidmet der Böhm'schen Familiengeschichte
Tränen unter dem Porträt des Onkels
Besuch im Schloss Tannhausen, September 2007

Pfarrer Stepniak von Czarny Bór/Schwarzwaldau übergab ein Exemplar der von ihm herausgegebenen Ortschronik "Czarny Bór - Historia i wspolczesnosc", in der die Frühgeschichte der Behem 1329-1409 in Schwarzwaldau (Deutsche Übersetzung) ausführlich behandelt wird.

Andreas Richter, Waldenburg, Herausgeber des limitierten Nachdruckes des Sinapius , "Schlesischer Curiositäten erste Vorstellung" (1720) und "Des Schlesischen Adels anderer Theil oder Fortsetzung Schlesischer Curiositäten" (1728), beteiligte sich mit mir an der Schenkung des vierteiligen Bandes an das Schlossarchiv.

Vielleicht entwickelt sich Schloss Tannhausen/Jedlinka mit seiner 700-jährigen schlesischen Geschichte sogar noch zu einer Begegnungsstätte für Familienforscher.



Siehe auch:
Stammreihen der verschiedenen Linien
Böhm (Hermsdorf/Langwaltersdorfer Linie)
Böhm (Hermsdorf/Tannhausener Linie)
Böhm (Dittersbacher Linie)
Böhm (Waldenburger Linie)
Böhm (Weisssteiner Linie)





Zurück zu