Friedland (poln. Mieroszów), Kreis Waldenburg, Bezirk Breslau, 16 km südwestlich der Kreisstadt Waldenburg, am Ufer der Steine in unmittelbarer Nähe der Landesgrenze. Gründung um 1250 "Markt Fredeland". Stadtrecht wahrscheinlich 1325. Gebirgslandwirtschaft, Handwerk, holzverarbeitende Betriebe, Leinenweberei, Grenzverkehr nach Böhmen. Im 2.Weltkrieg nicht zerstört, jedoch nach dem Kriege verfallen. Die Häuser am Ring hat man jetzt wieder schön hergerichtet. Auch sonst werden mit Mühe einzelne Häuser restauriert.
1939: 4400 Einwohner 1969: 5000 Einwohner
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Friedland war nicht von Anbeginn als deutsche Stadt gegründet worden. Im Zuge der deutschen Besiedlung des Waldenburger Berglandes war am Oberlauf der Steine in etwa 500 m Höhe ein Waldhufendorf mit deutschen Bauern entstanden. Aus diesem Alt-Friedland heraus entwickelte sich in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts ein Marktort und schliesslich die spätere Stadt Friedland. Dementsprechend zeigt ihr Grundriss nicht die bekannte Form sonstiger Neugründungen, sondern fügt sich - unter gleichzeitiger Ausweitung und Verlängerung der ursprünglichen Dorfstrasse - in die Talführung ein und bildet ein von den Talhängen umrahmtes langgestrecktes Rechteck mit ebenfalls rechteckigem Ring als Mittelpunkt.
Wirtschaftliche Grundlage der Bürgerschaft wurde um die Wende des 16. zum 17. Jahrhundert das Leinengewerbe und der Leinenhandel, unter 85 Handwerkern zählte Friedland im Jahre 1599 allein 27 Züchner. Der allgemeine Konjunkturgang, der das ganze schlesische Gebirge im 17. Jahrhundert in eine riesige Manufakturlandschaft verwandelte, brachte auch Friedland entsprechenden Gewinn. Die Inbesitznahme Schlesiens durch Friedrich d. Gr. machte Friedland zur Grenzstadt und bedingte damit auch einen Rückgang des Leinenhandels. Die Leinenerzeugung wurde jedoch dadurch kaum berührt und blieb bis in unsere Zeit Haupterwerbszweig, nur dass das 19. Jahrhundert den Übergang vom unrationell gewordenen Hand- zum industriellen Maschinenbetrieb brachte. So besass der Ort zuletzt noch 5 Webereien, eine Flachsröste und eine Blaudruckfärberei. Im 17. und 18. Jahrhundert ward Friedland ausser durch sein Leinen auch durch sein Papier berühmt, das in der 1647 gegründeten Papiermühle hergestellt wurde. Das 19. Jahrhundert brachte neuen Aufschwung der Papierfabrikation. Der Waldbestand der Umgebung bedingte ferner die Entwicklung von Holzhandel und Holzindustrie. Trotz dieser günstigen wirtschaftlichen Bedingungen erreichte die Einwohnerzahl, die jahrhundertelang bis 1800 unter 1000 geblieben war, im 20. Jahrhundert noch keine 5000 Köpfe.
Quelle:
Aus: Schlesischer Heimatkalender 1956
Heimatgruppe Friedland
mit Reisebericht (Juli 2001)
Noch ist Schlesien nicht verloren Reisebericht (Oktober 2002)
Unsere 3. familiengeschichtliche Entdeckungsreise Reisebericht (Oktober 2004)
Unsere 4. familiengeschichtliche Forschungsreise Reisebericht (September 2005)
Unsere 5. familiengeschichtliche Forschungsreise Reisebericht (Juli 2006)
Unsere 6. familiengeschichtliche Forschungsreise Reisebericht (September 2007)
Beschreibung unserer Heimatstadt Friedland
Auszüge aus der Chronik von Friedland
Chronik von Friedland und Umgegend von August Werner, 1883
Grundherrschaft Friedland
Grundherrschaft in der Gegend von Friedland ab 1350
HISTORIA GMINY MIEROSZÓW
Polnische Seite über die Geschichte von Friedland
Adressbuchverzeichnis 1935
Landes-Adressbuch (Gewerbe) 1927
Friedland (Page 290/291, Seite 227/228)
Landkarte Raspenau Einwohnerverzeichnis 1940
Landkarte Rosenau
Adressbuch 1935 Rosenau
Landkarte Neudorf
Einwohnerverzeichnis 1945 Neudorf
Altes Friedland
Ansichtskarten, Stadtpläne, Briefmarken, Stadtsiegel, Stadtwappen
Ansichtskarten von Friedland und Umgegend
Friedland / Mieroszów in Wikipedia
Stadtplan
vor 1945
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Friedland, Kreis Waldenburg
Blick vom Kirchberg
1938
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Ring mit Blick aus den Unterlauben
1938
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Blick über die Stadt
1938
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Ring
in den 30iger Jahren
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Das Alte Rathaus
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Fotos: SLUB/Deutsche Fotothek
und aus privater Sammlung
Friedland und Umgegend im Jahre 1840
Friedland (Böhm erwähnt 1742)
Die Stadt macht mit nebst 6 Kirchfahrts-Dörfern die Herrschaft Friedland des freien Standesherren und Reichsgrafen Hochberg auf Fürstenstein. Hans-Heinrich X. hat seit 1810 dort ein Stadt-Gericht eingesetzt. 1 Königl. Postexpedition des Post-Amtes Schweidnitz, 1 Königl. Neben-Grenz-Zoll-Amt des Haupt-Steuer Amtes Schweidnitz. Früher in der Stadt, jetzt in dem anstoßenden Dorf Alt-Friedland befindlich, (am 1. April 1895 erfolgte die Eingemeindung des Dorfes Alt-Friedland,von dem vor Jahrhunderten die Stadt Friedland abgezweigt worden war).
Die Stadt-Polizei übt commissarisch der Magistrat, die Versammlung der Stadtverordneten, aus.
1 Rathaus, 187 Wohnhäuser, davon nur 7 massiv, 25 Ställe und Scheuern, 1313 Einwohner, 1094 ev, 219 kath, 617 männlich, 696 weibl und 228 Ehen.
1 ev. Pfarrer, gegründet als Bethaus 1742 ohne Wiedmuthen, eingepfarrt sind: die Stadt und die 6 Dörfer (Alt Friedland, Göhlenau, Neudorf, Raspenau, Rosenau und Schmidtsdorf) 1 Pastor, 1 Mittagsprediger zugleich Rector für die 1.Klasse der ev. Stadtschule mit 3 Klassen und 3 Lehrern incl. Rector.
Der Patron beider Standesherrschaften bestimmt die ev. Probeprediger und wählt einen aus 3 präsentierten aus.
1 kath. Pfarrkirche, Archipresbi. Landeshut, mit Pfarrer, Kaplan und Wiedmuthen, hier und bei einigen Adjunkten Patronat und Collat des Standesherren. Eingepfarrt sind obig genannte 6 Orte. Verbunden im Kreis Waldenburg an die Mutterkirche in Gottesberg, in der Stadt 3 x Gottesdienst und Wiedemuth. Eingepfarrt: a.) Fellhammer, Hohendorf, Alt- und Neu-Lässig; b.) Lang-Waltersdorf , 1 Mutterkirche mit Wiedemuth und den eingepfarrten: Lang- und Nieder-Waltersdorf, Blitzengrund; c.) Reimswaldau mit Tochterkirche von b.) zu den eingepfarrten Freudenburg, Neu-Hayn und Steinau;
Im Landeshuter Kreise d.) Liebersdorf mit Mutterkirche und Wiedemuthen; e.) der Tochterkirche Adlersbach, Krs. Waldenburg; f.) Mittel-Konradswaldau, 1 Mutterkirche mit Wiedmuthen und eingepfarrt: Mittel- und Ober-Konradswaldau, Schwarzwaldau, Vogelgesang; g.) Tochterkirche zu Gablau mit Wiedmuthen und eingepfarrt: Rotenbach.
1 kath. Stadt-Schule, 1 Lehrer, 1 Hospital, 1 Apotheke, 1 Brauhaus, 1 Malzhaus, 3 Brennereien, 3 Färbereien, 9 Gerbereien, 1 Bleiche mit Hängehaus und Walke (Händlers Papiermühle gehört jetzt zu Alt Friedland) 1 Stärkefabrik, 2 Steindruckereien, 150 steuerpflichtige Handwerker, 30 Stühle zu baumwollenem Zeuge, Leinwand und Schwitz. Es werden jährlich nur noch 180 Schock Leinwand abgestempelt, Schmittsche Großhandlung in Leinwaren, 16 kleinere Kaufleute, 18 Händler, 3 Gast- und 18 Schankhäuser. 1 Wochen-, Flachs-, Garn-, und Leinmarkt. 5 Jahrmärkte. 1 städtischer Steinbruch am Kirchberge.
Lang-Walterdorf (Böhm erwähnt 1716)
Dorf, Post in Friedland, Standesherr Graf von Hochberg auf Fürstenstein, 149 Häuser, 1 Vorwerk, 1 Freischoltisei, 966 Einwohner, 28 kath. 1 ev. Mutterkirche ohne Wiedemuthen u Decem, die Erlaubnis zum Bau erfolgte 1741 den 12. 1.Wo man sogleich den Platz räumte, die Weihe 1742 den 22.10. Der erste Pastor war der Christoph Rehmisch. Der Grundherr wählt aus 3 von der Gemeinde präsentierten Kandidaten aus. Eingepfarrt: Lang- u. Nieder-Waltersdorf, Freudenberg, Görbersdorf, Neu-Hain, Reimswaldau und Steinau. 1 ev. Schule gegründet mit der Kirche, 1 Lehrer, 1 Hilfslehrer dieser unterrichtet die Kinder im Niederdorfe in einer von der Gemeinde angemieteten Stube. 1 kath. Mutterkirche ist mit der Stadt Pfarrkirche zu Friedland verbunden, hat Wiedemuthen, Pfarr- und Wirtschaftsgebäude: Lang- und Nieder-Waltersdorf, Blitzengrund, Görbersdorf nebst Reimswaldenau mit Tochterkirche, Archipresbyt. Landeshut. 1 Krankenhaus, 4 Bleichhäuser, 2 Brauerer, 2 Brenn., 3 Leinwalken, 5 Wassermühlen, 2 Lohmühlen, 4 Sägemühlen, 2 Stärkefabriken, 1 Ziegelei, 20 Baumwollwebstühle, 10 Leinweberstühle, 26 Handwerker, 7 Holzhändler und 7 Krämer.
Göhlenau (Böhm erwähnt 1742)
Dorf, Post in Alt-Friedland, Standesherr. Graf von Hochberg auf Fürstenstein, 121 Häuser, 1 Schloß und Vorwerk, 1 Freischoltisei, 820 Einwohner, 47 kath., ev. und kath. Kirchen in Friedland. 1 ev. Schule nur für den Ort. 1 Lehrer, 2 Wassermühlen, 1 Walkmühle, 1 Sägemühle, 1 Brau., 1 Brenn., 1 Bleichhaus, 1 Sandsteinbruch, 60 Baumwollwebstühle, 10 Leinweberstühle, 20 Handwerker, 4 Händler.
Zum Dorf gehört: Göhlenauer Hof, Schloß mit Umgebung.
Neudorf (Böhm erwähnt 1787)
1399 Newendorff. Dorf, Post in Alt Friedland, Standesherr Graf von Hochberg auf Fürstenstein, 91 Häuser, 1 Freisscholtisei, 587 Einwohner, 35 kath. 1 ev . Schule nur für den Ort, 1 Lehrer, ev. und kath. Kirche in Friedland, 1 Brenn., 1 Ziegelei, 1 Bleiche, 16 Baumwollwebstühle, 54 Leinwebstühle, 17 Handwerker, 1 Großhändler, 7 andere Händler.
Fellhammer
Dorf, Post in Gottesberg, Standesherr Hans Heinrich X. Graf von Hochberg, 64 Häuser, 1 Freischoltisei, 509 Einwohner, 17 kath., ev. Kirche zu Gottesberg, 1 ev. Schule, 1 Lehrer, kath. Kirche zu Gottesberg Parochie Stadt Friedland, 2 Steinkohlegruben: Cons. Beste und Syrius. Die früher aufgeführte Gruben Friederike und Schwestergruben sind abgebaut, 1 Wassermühle, 1 Stärkefabrik, 1 Porzellanfabrik, 31 Arbeiter, 18 Baumwollwebstühle, 24 Leinwebstühle, 1 Bleichhaus, 9 Handwerker, 7 Händler.
Schmidtsdorf (Böhm erwähnt 1783)
Dorf, Post in Alt-Friedland, Standesherr Graf von Hochberg auf Fürstenstein, 49 Häuser, 346 Einwohner, 44 kath, ev. und kath. Kirche zu Friedland, 1 ev. Tochter-Schule von Alt Friedland, 1 Wassermühle 3 Sägemühlen, 1 Papiermühle, 1 Brenn., 2 Walkmühlen, 4 Bleichhäuser, 10 Baumwollwebstühle, 15 Leinweberstühle, 20 Handwerker, 4 Händler.
Görbersdorf auch Gerbersdorf
Dorf, Post in Alt Friedland, Standesherr Graf von Hochberg auf Fürstenstein, 64 Häuser, 1 Freischoltisei, 315 Einwohner, 7 kath, ev. Kirche zu Lang-Waltersdorf, 1 ev. Schwesterschule nur für den Ort, vom Lehrer zu Nieder-Walterdorf am Nachmittag versehen, Kath. zu Lang-Waltersdorf, Parochie Friedland, 2 Walkmühlen, 2 holländische Sägemühlen mit mehreren Sägen zugleich schneidend, 1 Brenn., 10 Baumwollwebstühle, 13 Leinwebstühle, 10 Handwerker. Die Burgreste des Freudenschlosses liegen nahe oberhalb des Dorfes am linken Ufer der Steine.
Zum Dorf gehört: Büttnergrund, Kolonie.
Quelle:
Knie, Johann: Alphabetische, statistische und topographische Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte der königlich preußischen Provinz Schlesien, 2.Auflage 1845
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